Thursday, March 1, 2016

Heiße Gespräche über Elektrosmog

Dezember 11, 2010 von  
Eingetragen bei News

Ist Handystrahlung nun doch gefährlich? Menschliche Zelle könnten beim Mobiltelefonieren viel stärker erhitzt werden als bislang angenommen, so zeigt es eine neue Forschungsarbeit aus Deutschland.

Markus Antonietti, Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Golm bei Potsdam, leitet Deutschlands bekannteste Forschungsgruppe in der Materialwissenschaft, er ist ein nüchtern argumentierender Wissenschaftler, kein Panikmacher und hat zwei Töchter, 16 und 18, beide sind im besten Alter für exzessives Handytelefonieren, jedoch gilt in seiner Familie eine klare Abmachung. Ein Handygespräch darf nicht länger als fünf Minuten dauern, in dieser Zeit ist das Wichtigste gesagt oder es wird aufs Festnetz gewechselt.“ Die sollen sich nicht die ganze Akkuladung ins Gehirn pusten“, sagt Antonietti, der sich Sorgen macht, dass Handystrahlung die Synapsen im Gehirn aufheizt. Nicht um 1 Grad, sondern auf 100. Das folgt aus einem neuen Experiment am Max-Planck-Institut. Die Überschrift der Forschungsarbeit, die in Kürze veröffentlich wird und in der nichts von Handys steht, lautet Mikrowellenabsorption in Emulsionen mit wässrigen Mirko und Nanotröpfchen. Wenn Antonietti dieser Tage Vorträge vor Kollegen an anderen Universitäten hält, dann wissen die, was daraus folgt. Antonietti sagt: „Manche von denen telefonieren jetzt weniger.“ Gesundheitsrisiken der Handystrahlung konnten bisher nur wenige, umstrittene Forschungsarbeiten schließen. Mobiltelefone sind bislang noch nicht lang genug im Gebraucht für eine zuverlässige Risikobewertung. „ Offensichtlich überleben wir das Telefonieren mit einem Handy“, sagt Antonietti, „aber was sind die Langzeitfolgen?“. Niemand schert sich bislang darum: Die Tarife sinken, die Flatrate kommt. Wenn auch mit Unbehagen, benutzen wir das Handy mehr , und nicht weniger. Im Auftrag von ZEIT Wissen in einer repräsentativen Emnid-Umfrage gaben 55 Prozent der befragten an, sie glaubten, Handystrahlung stellte ein gesundheitliches Risiko dar.



Sind die Vieltelefonierer schon ähnlich gefährdet wie Kettenraucher? Oder wird es mit der Angst so übertrieben wie mit der vor dem Tod durch Rindfleischverzehr? Vielleicht wird man es in 30 Jahren wissen. Es wird ausgiebig geforscht weil keiner mehr solange warten möchte. Z.B die Webseite emf-piortale.de hat 10 000 Arbeiten gezählt. Dort gibt es z-B. Tierversuche, in denen Forscher Mäuse mit Mirkowellen „befehlen“ und später die Temperatur des Mäusehirns messen, zudem Grundlagenexperimente, in denen Biomechaniker Zellen bestrahlen und anschließend DNA-Schäden suchen. Starke elektromagnetische Strahlung bei den handytypischen Frequenzen von einem bis zwei Gigahertz erwärmt das Gewebe, so ergaben es die Versuche an Tieren und an Leichen. Mikrowellen arbeiten mit ähnlichen Frequenzen, somit ist dies keine Überraschung. Strahlenschützer haben daraus die Grenzwerte für Handys abgeleitet. Die Erwärmung von Gehirnzellen oder Haut bleibt weit unter einem Grad Celsius, sollen sie garantieren. Markus Antonietti sagt, dass genau hier das Problem liegt. „Es reicht nicht, die mittlere Temperaturerhöhung zu messen. Kurzzeitig können viel höhere Temperaturen auftreten.“

Forscher finden immer mal wieder eine kaputte DANN in der befeldeten Zellkultur oder einen Tumor im Rattenkopf, und dann warnen die Mobilfunkgegner vor Mobilfunk, und die Industrie warnt vor voreiligen Schlüssen. Antonietti hat seine Experimente mit zwei Professoren von der FU Berlin und der Universität Leipzig durchgeführt, von denen einer auch für Telekom-Firmen forscht und da er das Ritual bereits kennt.

Den Nervenzellen und den Synapsen im Gehirn gilt die Sorge des Max-Planck-Forschers. Es lagern sich elektrisch geladene Atome an den Enden der Nervenzellen an, auf diese Weise kommunizieren Zellen untereinander. Durch Handystrahlung werden diese Ionen ins Schwingen gebracht. Es lässt sich nicht direkt messen, wie stark. Deshalb wenden Antonietti und seine Kollegen einen Trick an. Sie bilden die Zellmembranen mit winzigen Fetttröpfchen in Salzwasser nach. An denen lagern sich Ionen an, und durch eine Veränderung der Salzkonzentration und der Tröpfchengröße lassen sich die Bedingungen von biologischem Gewebe simulieren, also eine Art konzentriertes flüssiges Gehirn. »Und jetzt kommt die Tragödie«, sagt der Max-Planck-Direktor. »Genau da, wo wir den Bedingungen im Gehirn am nächsten sind, sehen wir die stärkste Aufheizung.« Temperaturspritzen von 100 Grad.  Mit einer Erderwärmung hatte er gerechnet, aber nicht in dieser Stärke. „ Da wird hundertmal so viel Energie absorbiert wie bisher gedacht. Das ist ein Horror.“ Antoinetti sagte, es sei so wie mit der Bratwurst und dem Kartoffelbrei. Die Bratwurst wird in viel schneller heiß als der Kartoffelbrei, wenn man beides in der Mikrowelle erwärmt. Umgeben von Wasser, enthält die Wurst feinste Fetttröpfchen. Die elektrischen Ladungen, die sich an den Zellwänden von Fett und Wassern lagern, werden von den Mikrowellen sehr effizient erhitzt. Das Gehirn ist leider mehr Bratwurst als Kartoffelbrei. Ist für das Hirn Handystrahlung so gefährlich? Antoinetti sagt, dass er sich vor solchen Aussagen hüten werde.“ Aus wissenschaftlicher Sicht wäre die Schlussfolgerung voreilig, dennoch hat die Mobilfunkindustrie gute Anwälte.“ Wie die kurzzeitige Erhitzung der Zellen sich auswirkt, ob dadurch das  Risiko für Tumore steigt, können erst Experimente mit menschlichen Zellen und klinische Studien zeigen. „Aber wir kennen jetzt den Mechanismus, der zur Zellschädigung führen könnte. Als Wissenschaftler bin ich besorgt.“ Tatsächlich haben im Rahmen der EU-Studie >>Reflex<< Wiener Mediziner vor zwei Jahren gemessen, dass Handystrahlung Genschäden an menschlichen Zellen verursacht – und zwar bereits weit unterhalt des gesetzlichen Grenzwerts von 2 Watt pro Kilogramm. Wissenschaftler hatten DANN Schäden schon ab 0,3 Watt gemessen, jedoch strahlen die meisten Handys stärker.

Die Meldung wurde von Mobilfunkgegnern geradezu euphorisch aufgenommen. Auf ein anerkanntes Institut konnten sie sich endlich berufen, und auch die Wiener Ärztekammer nahm die Studie unlängst zum Anlass, Kinder vor übermäßigem Handytelefonieren zu warnen. „Würden Medikamente dieselben Prüfergebnisse wie Handystrahlen liefern, müsste man sie sofort vom Markt nehmen“, sagt der Referent für Umweltmedizin Erik Huber. Bis heute können allein die Ergebnisse von anderen Forschern nicht reproduziert werden. Um die Messungen zu wiederholen hat der Humangenetiker Günther Speit von der Universität Ulm mit der Wiener Arbeitsgruppe sogar Doktoranden und Geräte ausgetauscht.


Sie bestrahlen aus der männlichen Vorhaut und von chinesischen Hamstern – die sind besonders empfindlich. Es stand nach mehreren Monaten fest: keine Unterschiede mit  und ohne Handystrahlung. Zur Veröffentlichung hat Speit die Arbeit an das Fachblatt Mutation Research geschickt. Er kann sich nicht erklären wieso die Kollegen aus Wien damals DNA-Schäden beobachtet haben. „Ich zweifle nicht, dass die Schäden gesehen haben. Aber alles, was wir gemessen haben, spricht gegen genetische Effekte – und ich habe nichts mit der Mobilfunkindustrie zu tun.“ Man könnte nicht daraus schließen, dass Handys Krebs verursachen würden, selbst wenn Handystrahlung das Erbgut schädigen würde. Im menschlichen Stoffwechsel sind DNA-Schäden ganz normal. Der Mutationsforscher Speit sagt, dass jede Zelle des Körpers täglich mit mehreren tausend DNA-Schäden fertig werden müsse, oft von Sauerstoff-Radikalen verursacht. Die Natur hat sich darauf eingestellt: Für die Reparatur der Schäden sind allein 200 Gene zuständig. Jeder muss warten, der Gewissheit will. Etwa auf das Bundesamt für Strahlenschutz, das gerade beginnt, rund 50 Forschungsprojekte zum Mobilfunkrisiko auszuwerten. Am Ende werden vielleicht neue Grenzwerte erlassen. Die Frage nach den Langzeitfolgen wird die Studie jedoch nicht beantworten können. „Es geht nicht darum, Handys abzuschaffen, es geht um vernünftige Verhaltensregeln.“, sagt Markus Antonietti in seinem Büro in Golm. In Maßen telefoniere, Haedset benutzen und auf niedrige Strahlungswerte achten. „Wenn statt 1000 nur 400 Krebs kriegen, hat man 600 gerettet.“

  • elektrosmog messen
  • handyerstrahlung erhitzt
  • handystrahlung erhitzt gehirn
  • handystrahlung synapsen
  • heiße gespräche
  • max plank institut handystrahlung
  • max-planck elektrosmog
  • strahlung kaputtes handy
  • wie gefährlich itves in der schwangerschaft mit dem handy zu telefonieren

No related posts.

Hinterlassen Sie eine Antwort