Thursday, January 12, 2016

Zu Gast im Reich der Mitte

Februar 1, 2011 von admin  
Eingetragen bei Ernährung

In der Fünf Elemente Küche verbindet sich uralte Weisheit mit modernsten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft. Denn der Geschmack des Holzelements bringt müde Glieder in Schwung und macht fit für den Sommer.

Fünf Elemente bestimmen in der chinesischen Philosophie den Jahreslauf: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Mit dem Element Holz sind wir nun im Frühling angelangt – mit seinem launischen April, seinem Wonnemonat Mai und dem frühsommerlichen Juni. Extreme Schwankungen kennzeichnen diese Phase, die man ganz allgemein der Wachstumskraft, der ungestümen Lebenslust der Kindheit sowie dem „Sturm und Drang“ der Jugend zuschreibt. Auf der physischen Ebene entspricht das Holz der Leber, dem wichtigsten Entgiftungsorgan des Körpers; farblich korrespondiert es mit dem Grün der Natur. Die Geschmacksrichtung der Holzspeisen ist sauer; Nahrungsmittel dieses Elements haben im Allgemeinen adstringierende, d. h. zusammenziehende, und stoffwechselanregende Eigenschaften. Auf der psychischen Ebene wird das Holzelement der Gestaltungskraft und Kreativität zugeordnet. So wie zu Beginn des Frühjahrs alle Pflanzen sprießen und sich dabei ungeheuren Witterungsverhältnissen aussetzen, so wirkt die Holzkraft im Seelenleben. Nur wenn das kleine Yang des Holzes, das zart und kräftig zugleich ist, frei wachsen und sich ausdrücken durfte, kann es zur Sommersonnenwende dem großen Yang des Feuers Kraft und Nahrung geben. Denn mit dem 24. Juni wechselt das Element Holz ins Element Feuer; der Sommer, die Zeit der Reifung fängt an. Wurde zu Beginn der Wachstumsphase von der ungestümen, robusten und kindlichen Holz-Kraft zu viel beschnitten, wurde zu viel korrigiert, antworten Körper und Seele mit Blockaden. Der Mensch kann dann nicht

„Feuer fangen“, mit seinen Gefühlen reifen. So wird die Leber, für die Chinesen auch ein Organ psychischer Ablagerungen, zum Hort dieser alten, nicht ausgelebten Gefühle: „Jemandem ist eine Laus über die Leber gelaufen“, weiß der Volksmund, wenn Zorn, Groll und Bitterkeit die ursprüngliche Gefühlswelt überlagern. Wer je eine Fastenkur gemacht hat, weiß, dass bei der Entgiftung der Leber auch psychische Blockaden gelöst werden. Tränenausbrüche und heftige Wutanfälle begleiten die körperliche Reinigung. Doch das ist gut, denn werden die alten Emotionen einmal ausgeschwemmt, kommt es zu einem neuen, befreiten Lebensgefühl. Auch der Spruch „Sauer macht lustig“ beinhaltet im Kern ein tiefes Wissen um körperlich- seelische Vorgänge. Denn mit der sauren Geschmacksrichtung des Holzes werden alle organischen Vorgänge beschleunigt – alte Schlacken werden abgebaut, das Blut wird gereinigt, und das Chi, die Lebensenergie, kann wieder ungehindert fließen. Alle grünen Blattsalate enthalten diese sauren Eigenschaften, ebenso Spinat und grüne Bohnen. Aber auch Zitrusfrüchte wie Ananas und Kiwi verleihen dem Körper mit ihren „kühlenden“ und stoffwechselanregenden Substanzen Leichtigkeit und Beschwingtheit. Besonders im Juni, wenn die Temperaturen zunehmend steigen, empfehlen sich die leichten und gut verdaulichen Holzgerichte.

  • holzkraft yang

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