Thursday, December 1, 2015

Die Heilkraft der Potenzen

Januar 24, 2011 von admin  
Eingetragen bei Gesundheit

Vor 250 Jahren wurde der Begründer der Homöopathie geboren: Der Mediziner und Pharmazeut Samuel Hahnemann. Mit seiner bahnbrechenden Erkenntnis „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“ beschritt der charismatische Vordenker neue, revolutionäre Wege der Heilkunst.

Die Initialzündung für den neuen, homöopathischen Behandlungsweg erfolgte anhand eines Selbstversuchs: In einer britischen Arzneimittelzeitung war Samuel Hahnemann auf die Behauptung gestoßen, gegen die Tropenkrankheit Malaria helfe die Einnahme von Chinarinde. Angeblich sollten die Bitterstoffe in dieser Substanz deren Symptome wirksam bekämpfen. Hahnemann war skeptisch – und zugleich besessen vom Forscherdrang. So entschloss er sich zu einem Versuch am eigenen Körper und nahm einige Tage lang pulverisierte Chinarinde ein. Daraufhin entwickelte er prompt eine malariaähnliche Symptomatik mit Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen. Hahnemanns Schlussfolgerung lautete nun so: Das Mittel, das beim Gesunden die gleichen Symptome hervorruft, wie sie der Krankheit zueigen sind, heilt sie auch. Die Chinarinde erzeugte beim gesunden Hahnemann Symptome der Malaria, galt aber gleichzeitig als wirksames Heilmittel gegen Malaria. Für Hahnemann resultierte daraus die Erkenntnis, dass „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt werden könne. Diese Erfahrung war der Schlüssel zur alternativen Heilkunde Homöopathie, und so gilt der Selbstversuch und das daraus hervorgehende Resultat als ihre Geburtsstunde. Doch noch bewegte sich diese Schlussfolgerung im Bereich der Hypothese. Noch gab es kein „Quod erat demonstrandum“[lat: Was zu beweisen war], das auch andere Substanzen berücksichtigte und miteinbezog. Stimmte die These wirklich, dass „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt werden konnte? Oder, um es in der damals unter Ärzten üblichen lateinischen Sprache auszudrücken: „Similia similibus curentur“? Jahrelang forschte der Wissenschaftler, ehe er 1796 seinen Behandlungsansatz erstmalig öffentlich formulierte. Der neuen medizinischen Richtung gab er die Bezeichnung Homöopathie. Dieses Wort ist aus dem Altgriechischen abgeleitet: „Homoion“ heißt ähnlich, und „Pathos“ ist das Leiden.

Die homöopathische Behandlung:
Ganzheitlich Damals wie heute ist Hahnemanns Kernsatz umstritten – zwar werden die Erfolge der Homöopathie sowohl von Medizinern als auch Patienten verblüfft registriert, die öffentliche Anerkennung als ernstzunehmende Therapie bleibt jedoch nach wie vor aus. Eine Tatsache, die sich nicht zuletzt an der mangelnden Zahlungsbereitwilligkeit der Kassen festmacht. Allerdings: Einzelne Kassen akzeptieren inzwischen Naturheilverfahren, darunter unter anderem die homöopathische Behandlung. Kriterium ist dabei meist, wie es z. B. bei der Securvita BKK formuliert ist, dass „die Besonderheit des Therapieverfahrens theoretisch erklärbar und praktisch bewährt ist“, „das Verfahren lehr- und lernbar“ ist, die „Mittel und Wege mit den theoretischen Denkansätzen ein plausibles Konzept ergeben.“ Das heißt, ein Nachweis für den Behandlungsansatz wie auch den Behandlungserfolg muss vorliegen. Mit ein Grund, weshalb die Homöopathie heute noch nicht die Anerkennung findet, die ihr tatsächlich gebührt, ist die Behandlungsstruktur – die Herangehensweise an Krankheiten ist vollkommen anders als die der herkömmlichen Schulmedizin. Dort greift man ein einzelnes Symptom heraus und bekämpft es. Die Homöopathie hingegen betreibt Ursachenforschung – sie sieht das Symptom als letztes Glied einer Kette von krankhaften Verschiebungen. Der ganze Mensch wird in seiner Körper-Seele-Geist-Einheit erforscht. Und so ist denn einer der wichtigsten Behandlungsansätze in der Klassischen Homöopathie: Halsweh des einen ist nicht unbedingt das Halsweh des anderen. Das Symptom ist das gleiche, doch die Ursachen sind verschieden. So dauert denn auch die Anamnese, also die Aufnahme der Vorgeschichte, die ein Homöopath vor  Behandlungsbeginn mit seinem Patienten erstellt, an die zwei Stunden. Sämtliche Indizien einer Krankheit, wie z. B. Stuhlgang, Hautfarbe, Reaktionen auf die Wetterlage werden erforscht, abgewogen, in ihrer Bedeutung für den Krankheitsverlauf erfasst. Dazu schlägt der behandelnde Homöopath in dicken Wälzern, den sogenannten Repertorien nach. Diese Repertorien enthalten ein riesiges Dossier an Arzneimittelbildern und dazugehörigen Symptomen – ein System, das so differenziert und ausgeklügelt ist, dass dieses Repertorisieren seitens der Arztes unbedingt notwendig ist. Und erst, wenn sich ein klares Krankheitsbild ergibt, verschreibt der Homöopath ein Mittel – meist jene kleinen Kügelchen, die man mit Globuli bezeichnet.

Die Globuli: Hochpotenzierte Substanzen
Und hiermit sind wir beim zweiten revolutionären Ansatz der Hahnemannschen Heilweise angelangt: Den sogenannten Potenzen. Im Zuge seiner Forschungen mit zahlreichen Stoffen fand Samuel Hahnemann heraus, dass weniger mehr ist: Die Mittel schlugen umso besser an, je stärker sie in Wasser, Milchzucker oder Weingeist aufgelöst wurden. Zunächst einmal ging es bei der Verdünnung nur darum, giftige Stoffe wie z. B. Tollkirsche oder Eisenhut zu entschärfen, ehe man sich entschloss, sie zu verabreichen. Doch wie so häufig bei der Forschung machte man nebenbei eine wichtige Entdeckung: Hahnemann fand heraus, dass die Substanzen umso intensiver wirkten, je mehr sie verdünnt wurden. Je weniger Moleküle des Urstoffes sich in der Tinktur befanden, desto schneller reagierte der Körper. Hahnemann experimentierte weiter und fand ein Verfahren, das man heute unter den Begriffen „Verdünnung“ oder besser noch „Potenzierung“ kennt. Bei diesem Verfahren werden die Mittel, die aus dem Pflanzen-, dem Tier- und Mineralreich stammen, in festgelegten Verhältnissen verschüttelt. Bei einem Verhältnis 1 [=Substanz] zu 10 [= Lösung aus Alkohol oder Milchzucker] spricht man von einer D-Potenz. Bei einem Verhältnis 1:100 von einer C-Potenz. Bei diesem Verdünnungsverfahren werden die Stoffe geschüttelt – in der Homöopathie bezeichnet man diesen Vorgang als „Dynamisieren“: Kräfte der Substanz werden geweckt und zur freien Entfaltung gebracht. Koreanische Wissenschaftler fanden vor kurzem heraus, weshalb die Potenzierung die Heilkraft der Stoffe fördere: Beim Schütteln werden die gelösten Moleküle nicht gleichmäßig im Lösungsmittel verteilt, sondern verklumpen sich zu größeren Bestandteilen. Je stärker verdünnt wurde, desto größer sind die Klumpen, desto konzentrierter ihre Wirkung.

Anerkennung tut not
Nach wie vor gilt die Homöopathie als nicht ganz ernstzunehmende Nebenbuhlerin der Schulmedizin. Das liegt zum einen daran, dass Heilmittelbilder nicht auf die übliche Weise nachgewiesen werden können. Die Pharmaindustrie bedient sich des Doppelblindversuchs als Nachweis der Wirksamkeit von Arzneimitteln. Bei diesem Nachweisverfahren für Arzneimittel werden die Versuchspersonen in zwei Gruppen eingeteilt. Die einen erhalten das Pharmazeutikum, die anderen ein Scheinmittel. Weder die Ärzte noch die Versuchspersonen wissen, wer nun wirklich die Medizin, und wer das Placebo erhalten hat. In der gängigen, auf Symptome fixierten Medizin ist dies ein guter Weg, die Wirksamkeit eines Präparats nachzuweisen. In der Klassischen Homöopathie ist solch ein Versuch jedoch gar nicht möglich, sind doch die Mittel zu individuell abgestimmt auf den Einzelnen, bzw. auf den Verlauf seiner Krankheit. Der einzige Nachweis einer homöopathischen Behandlung liegt in ihren verblüffenden Erfolgen. Laut „Süddeutscher Zeitung“ vom 8. April 2005 finden sich immer mehr Anhänger der Klassischen Homöopathie unter der deutschen Bevölkerung. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern hat die Behandlung mit homöopathischen Gaben [so der gebräuchliche Fachausdruck] häufig durchschlagende Wirkung. Ergebnisse, die selbst Krankenkassen langsam zum Umdenken zwingen – einzelne Versicherungen führen ein „Modellprojekt Homöopathie“ durch. Viele Schulmediziner machen heutzutage eine Zusatzausbildung in Klassischer Homöopathie. Denn besonders bei Dauererkrankungen wie chronischen Schmerzen, immer wiederkehrenden Infekten oder hartnäckigen Darmstörungen greift die homöopathische Heilweise besser als die Bekämpfung einzelner Symptome durch herkömmliche Arzneimittel. Manch ein Leser wird sich wundern, weshalb dieser Artikel ausschließlich von der „Klassischen Homöopathie“ spricht. Dies liegt daran, dass der Begriff Homöopathie bis heute nicht geschützt ist und vielfach unter dem Namen Naturheilkunde rangiert. Doch das ist falsch. Die Klassische Homöopathie ist kein Naturheilverfahren unter vielen, sondern eine eigenständige und substantielle Heilweise. Eine Liste klassischer Homöopathen mit fundierter Ausbildung finden Sie unter der Internetadresse des Deutschen Zentralvereins Homöopathischer Ärzte www.dzv.de. Über eine online Versandapotheke können Sie noch heute Ihr passendes Mittel bestellen.

  • lateinisch was zu beweisen wäre

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